Dienstag, 15. März 2016

Zuschüsse für Fort- und Weiterbildung: Meister-BAföG



Zur Unterstützung von Fachkräften gibt es das Meister-BAföG
 
BAföG - den Begriff kennt eigentlich jeder. Anders als relativ frische Förderprogramme für die Aus-  und Weiterbildung wie zum Beispiel „Jobstarter Plus“, existiert das Programm schon etliche Jahr.

Zahlreiche Studenten sind auf die finanzielle Unterstützung angewiesen, um ihre monatlichen Kosten decken zu können. Dass es auch ein sogenanntes Meister-BAföG gibt, das wiederum ist weniger bekannt. Die offiziell als Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) bezeichnete Förderung soll gezielt den Fachkräftenachwuchs stärken. Profitieren können Teilnehmer von beruflichen Aufstiegsfortbildungen wie Meisterkursen oder vergleichbaren Programmen.

Wer kann das Meister-BAföG erhalten?
Fachkräfte, die beispielsweise einen Abschluss als Handwerks- oder Industriemeister, Fachkrankenpfleger oder Betriebswirt anstreben, können das Meister-BAföG beantragen. Eine Altersgrenze gibt es dabei nicht. Ausschlaggebend ist, dass die betreffende Person noch keinen vergleichbaren Abschluss hat.

Welche Maßnahmen werden gefördert?
Die Fortbildung muss in der Regel insgesamt 400 Unterrichtsstunden umfassen. Auch zweite Aufstiegsfortbildungen können gefördert werden, durch die Finanzierung einer ersten Fortbildung aus der eigenen Tasche wird die Förderfähigkeit nicht angegriffen.


Für Vollzeit-Maßnahmen gilt:

  • Sie müssen wöchentlich an vier Werktagen mit 25 Stunden Unterricht stattfinden.
  • Sie dürfen insgesamt nicht länger als drei Jahre dauern.
Für Teilzeit-Maßnahmen gilt:

  • Sie müssen innerhalb von acht Monaten mindestens 150 Unterrichtsstunden umfassen.
  • Sie dürfen insgesamt nicht länger als vier Jahre dauern.

Welche Leistungen sind in der Förderung enthalten?
Für Teilnehmer an Vollzeit-Fortbildungen sind Maximalbeträge von 1.332 € monatlich möglich. Entscheidend für die Höhe der Förderung sind 

  • der Beziehungsstatus
  • die Anzahl der Kinder

Es können zwei Arten der finanziellen Unterstützung unterschieden werden: Zum einen gibt es monatliche Zuschüsse, zum anderen günstige Darlehen. So bekommt etwa eine alleinstehende Person ohne Kind monatlich 238 € als Zuschuss, den sogenannten Bedarfssatz des Meister-BAföG. Für jedes Kind kann sich dieser Satz je nach Einkommen und Vermögen um 210 € erhöhen. Für Alleinerziehende gibt es darüber hinaus für jedes Kind weitere 113 €. 

Meister-BAföG kann mehr als ein hilfreiches Taschengeld sein.


In Form eines günstigen Darlehens kann eine alleinstehenden Person zusätzlich weitere 459 € monatlich erhalten. Insgesamt stehen ihr damit 697 € zur Verfügung: 238 € Zuschuss + 459 € Darlehen.

Zusätzlich zum monatlichen Taschengeld werden also zinsgünstige Bankdarlehen möglich gemacht. Während der Fortbildung und den anschließenden zwei Jahren danach, sind diese zins- und tilgungsfrei. Anschließend ist der Zinssatz recht niedrig. Innerhalb von zehn Jahren nach Beginn der Tilgungsfrist ist das Darlehen zurück zu zahlen. Ob und wie er von diesem Angebot gebraucht macht, entscheidet jeder BAföG Berechtigte frei.

Bei Abschluss der Fortbildungsmaßnahme wird zudem das Meisterstück oder eine vergleichbare Abschlussarbeit mit  einem Darlehensbetrag von  maximal 1.534 € gefördert. Hier eine Übersicht über die möglichen BAföG-Zuschüsse und Höhe der maximal möglichen Darlehen:

Beziehung
Kind
Zuschuss
Darlehen
Max. möglicher Betrag pro Monat
Alleinstehend
Ohne
238 €
459 €
   697 €
Alleinstehend
Ein Kind
343 €
564 €
   907 €
Verheiratet
Ohne
238 €
674 €
   912 €
Verheiratet
Ein Kind
343 €
779 €
1.122 €
Verheiratet
Zwei Kinder
448 €
884 €
1.332 €


Wie funktioniert die Antragstellung?
Die Antragstellung für das Meister-BAföG sollte frühzeitig erfolgen, da eine rückwirkende Förderung nicht möglich ist. Die nötigen Formulare werden schriftlich an die entsprechende Behörde geschickt. Die Adressen der Ämter finden Sie hier. Diese entscheiden dann über die genaue Höhe der Förderung und zahlen monatlich den Zuschuss aus.

In der Regel ist das kommunale Amt am Wohnsitz des Antragstellers für die Annahme und Beratung zuständig. In Nordrhein-Westfalen läuft die Antragstellung zentral über die Bezirksregierung Köln, durch die Kammern für die jeweiligen Berufsbereiche. Nach Erhalt des Bewilligungsbescheids kann der Geförderte einen Kfw-Darlehensvertrag abschließen, wenn dies gewünscht ist. Die maximale Höhe ist im Vertragsentwurf festgeschrieben, der dem Bewilligungsbescheid beiliegt.




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